Im Sport gibt es weder Sitzansprüche noch eine Konkordanz – und es funktioniert!


Am 22. September 2010 ist wieder Hochbetrieb im Bundeshaus. Dass dabei Sitzansprüche geltend gemacht, Prozentrechnen repetiert und Konkordanz neu definiert werden, ist mittlerweile Alltag. Dabei geht eine Tatsache vergessen:

Wer Bundesrätin oder Bundesrat werden möchte, braucht das absolute Mehr der Bundesversammlung. Wie er dies erreicht und ob ihm dies zusteht, ist absolut irrelevant!

Kämpft für jeden Erfolg... Ottmar Hitzfeld

Weder Roger Federer noch Ottmar Hitzfeld kämen je auf die Idee, ihre Erfolge mit dem Gegner zu teilen, Tabellenführungen zu vereinbaren und je nach Qualität des Spiels den Sieg für sich zu beanspruchen oder aber diesen dem Gegner zu überlassen… Dies könnte man nun als eigenartiges Phänomen des Sports bezeichnen, schaut man jedoch beispielsweise die amerikanische Politik an, erübrigt sich diese (falsche) Behauptung. Bei jeder „Vakanz“ treten die Parteien an und versuchen, den Sieg zu erringen. Ruth Metzler, Christoph Blocher, Ruth Dreifuss, Adolf Ogi, Samuel Schmid oder Evelyne Widmer-Schlumpf – sie alle wurden regelkonform gewählt und teilweise wieder abgewählt und waren nicht „weniger echte“ Bundesräte als ihre Kolleginnen und Kollegen.

Ich möchte nicht behaupten, dass Herr und Frau Schweizer über fehlenden Sportsgeist und Ehrgeiz verfügen, dass sie jedoch mögliche Erfolge dem (politischen) Gegner auf dem Silbertablett servieren, ist schon eigenartig bis unverständlich. Die Konkordanz, keine Frage, war und ist für die Schweiz ein erfolgreiches System. Diese müsste sich jedoch, würde sie dann funktionieren, automatisch ergeben – kandidiere wer wolle!

Obwohl die Chancen teilweise tief liegen wünschte ich mir eigentlich, dass alle Parteien jede Chance zu nutzen versuchen. Ob sie nun Anspruch haben oder nicht, zu verlieren gibt es kaum etwas…

…und funktioniert die Konkordanz und die „Theorie der Wähleranteile“ werden die Parteien auch angemessen in der Landesregierung vertreten sein!

Ein Kommentar zu “Im Sport gibt es weder Sitzansprüche noch eine Konkordanz – und es funktioniert!

  1. Gebe dir insofern recht, dass ich es mir sehr wünschen würde, das die fähigsten Bewerber für dieses Amt gewählt würden. Dazu gehören nebst der von dir erwähnten Mehrheit im Parlament auch eine kontrollierte fachliche Eignung gemäss den Anforderungen zum Profil, sowie eine Abklärung, inwiefern die Persönlichkeit ins Team passt. So werden normalerweise entsprechende Spitzenpositionen belegt.
    Um die Diskussion allenfalls sachlicher zu machen ist es für mich ein Gedanke Wert, ob gewählte Regierungsmitglieder wie von Ihren Mandaten, auch aus Ihren Parteien austreten müssten.

    Ein paar Gedanken dazu auf posterous.com

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