Ein eigenes Haus zu bauen ist ein weit verbreiteter Traum. Noch schöner wird dieser Traum mit der Möglichkeit, das angesparte Geld nicht versteuern zu müssen. Über 10 Jahre hinweg, so schlägt es die Bauspar-Initiative vor, soll man in der Schweiz jährlich bis zu 15’000 Franken vom steuerbaren Einkommen abziehen können. Einzige Bedingung ist, dass das angesparte Kapital in den Bau des eigenen Hauses investiert wird. Oder aber man zieht jährlich bis zu 5’000 Franken ab und verwendet diese zur Realisierung von Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen für selbstgenutztes Wohnen. Was grundsätzlich interessant tönt hat einen entscheidenden Hacken: Der Staat hat kein Interesse, dass Häuser gebaut werden!

Interessante Idee, jedoch nicht Aufgabe des Staates!

Während Subventionen von den bürgerlichen Kräften (richtigerweise) bekämpft werden, verfallen einige dieser ab und an der Lust auf Steuerabzüge. Obwohl Steuerabzüge durchaus sinnvolle Anreize setzen, jedoch primär eine genaue und fallweise Berechnung ermöglichen, ist dies beim Bausparen definitiv nicht der Fall. Es ist nicht nur keine Staatsaufgabe den Bau von Häusern zu fördern, es zieht vielmehr Staatskosten nach sich, welche zu den Steuerausfällen dazukommen. Der Bau von Häusern führt zur Zersiedelung, da neue Häuser tendenziell dezentral gebaut werden, dort wo genügend Platz vorhanden ist. Dies hat zur Folge, dass die neu besiedelten Gebiete erschlossen und versorgt werden müssen und die Mobilität steigt. Die daraus entstehenden Externen Kosten mal ausgelassen.

Die Bauspar-Initiative sei eine Initiative für den Mittelstand, behaupten zumindest die Befürworter. Da scheint mir dieser Text spannend und ohne grosse Rechnungen scheint mir doch offensichtlich, dass bei Einkommen zwischen 40’000 und 80’000 Franken jährlich kaum viel übrig bleibt um aktives Bausparen zu betreiben. 

Dies ist weder ein Plädoyer gegen den Bau von Häusern noch ein Artikel gegen Steuersenkungen.  Es geht um staatliche Fehlanreize und um die Aufgaben des Staates. Es ist nicht Staatsaufgabe den Bau von Häusern zu fördern.

Über den Autor Maurus Zeier

Luzerner Kantonsrat & Vize-Präsident der FDP Stadt Luzern. Im Einsatz für mehr Freiheit und weniger Bürokratie. #freiermitzeier

5 Kommentare

  1. Richtig Herr Zeier, es ist nicht die Aufgabe des Staats, die Zersiedelung zu fördern, aber es wäre in seinem Interesse, die qualitativ gute Verdichtung zu fördern (mit der Folge, dass die Kosten für die Erschliessung und für die Mobilität und der Landverschleiss abnehmen). Das beste Mittel dafür wäre die Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus, weil er die Bodenspekulation und damit die Zersiedelung (Ausweichen auf die relativ günstigeren Grundstücke weiter weg von den Zentren) bremst und die Wohnqualität trotzdem nicht aus den Augen lässt. Siehe Charta der gemeinnützigen Wohnbauträger…http://www.svw.ch/dienstleistungen/fachpublikationen.html?catid=7 MfG, Franz Horváth

  2. An diese Möglichkeit habe ich überhaupt noch gar nicht gedacht. Bei uns in Deutschland muss man das Geld auch schön versteuern und Hilfe für den hausbau gibt es praktisch auch keine mehr.

  3. Früher gab es sicherlich weit aus größere Hilfe seitens des Staates, wenn es um das Thema Hausbau und Finanzierung geht. Mitterweile hat sich da aber einiges getan und als Bauherr muss man doch sehr viel Eigeninitiative zeigen, um eventuelle Fördermittel in Anspruch nehmen zu können.

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